10 January 2026, 16:52

Baden-Württemberg plant zivile Infrastruktur als Schutzräume für Krisenfälle umzurüsten

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer Kriegs-Szene mit Text darüber.

Landeskommandeur: Können Parkhäuser als Bomben-Schutzräume dienen? - Baden-Württemberg plant zivile Infrastruktur als Schutzräume für Krisenfälle umzurüsten

Baden-Württemberg bereitet sich auf mögliche Kriegsszenarien vor, während die Spannungen mit Russland anhalten. Michael Giss, ein ehemaliger Bundeswehr-Offizier und Landeskommandeur von Baden-Württemberg, hat Pläne vorgestellt, wie zivile Infrastruktur für Verteidigungszwecke umgenutzt werden könnte. Zu seinen Empfehlungen gehört, Parkhäuser und Bahnhöfe im Konfliktfall als Notunterkünfte einzurichten.

Giss, der von 2013 bis 2018 das Militärkommando von Baden-Württemberg leitete, warnt, dass sich private Unternehmen auf eine schnelle Umstellung der Produktion einstellen müssten. Fabriken könnten unter extremen Bedingungen – etwa bei Drohnenangriffen – gezwungen sein, kurzfristig große Mengen anderer Güter herzustellen. Als Beispiel für zivile Widerstandsfähigkeit führte er Kiew an, wo die Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe ihren Alltag aufrechterhält.

Im Falle eines größeren Konflikts würde Deutschland als zentraler Logistikstandort der NATO im Rahmen von Artikel 5 fungieren. Die Infrastruktur des Landes – Straßen, Schienen und Lieferketten – wäre entscheidend für die Unterstützung militärischer Operationen. Die Behörden planen, auf private Ressourcen zurückzugreifen, darunter zivile Lkw für die Treibstoffversorgung und Unternehmen für die Lebensmittelbereitstellung. Innenminister Thomas Strobl hat den Ausbau von Schutzräumen priorisiert und arbeitet enger mit den Landkreisen zusammen, um den Zivilschutz zu stärken. Giss schlägt vor, bestehende Strukturen wie Tiefgaragen und S-Bahn-Stationen notfalls als provisorische Bunker umzufunktionieren.

Die Maßnahmen spiegeln die wachsende Sorge vor einer möglichen Eskalation mit Russland wider. Baden-Württemberg passt seine zivilen und militärischen Strategien an, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Unternehmen, Infrastruktur und lokale Behörden werden systematisch in das Unternehmensregister von Baden-Württemberg eingebunden.