08 February 2026, 08:54

Baden-Württemberg plant legale Drogentests nach Cychlorphin-Fund in Karlsruhe

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

Darf 'Drug Checking' in Baden-Württemberg zugelassen werden? - Baden-Württemberg plant legale Drogentests nach Cychlorphin-Fund in Karlsruhe

Baden-Württemberg bereitet die Einführung legaler Drogenchecks vor – nach dem Auftauchen einer gefährlichen neuen Substanz in der Region. Das Innenministerium des Landes arbeitet derzeit an einer Verordnung, um bundesweite Regelungen umzusetzen, die Tests auf Wirkstoffe ermöglichen. Dieser Schritt folgt auf Warnungen von Suchthilfeeinrichtungen vor Cychlorphin, einer Designerdroge, die kürzlich in Karlsruhe entdeckt wurde.

2023 verabschiedeten Bundespolitiker den Paragrafen 10b des Betäubungsmittelgesetzes, der Pilotprojekte für Drogenchecks ermöglicht. Mehrere Bundesländer setzten die Regelung schnell um, doch Baden-Württemberg hat seine eigenen Vorschriften noch nicht finalisiert. Bis Februar 2024 hatten Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bereits rechtliche Rahmenbedingungen für solche Tests geschaffen.

Berlin startete 2023 ein landesfinanziertes, laborbasiertes Projekt. Mecklenburg-Vorpommern schuf Anfang 2024 die gesetzliche Grundlage und erlaubt Kontrollen etwa beim Fusion Festival. Nordrhein-Westfalen gestattet Tests in Drogenkonsumräumen unter Aufsicht, während das Gesundheitsministerium Schleswig-Holsteins Ende 2023 einen Entwurf vorlegte.

In Baden-Württemberg erhielt die Forderung nach Drogenchecks neuen Schwung, nachdem Cychlorphin im Raum Karlsruhe nachgewiesen wurde. Suchthilfeeinrichtungen im ganzen Land warnen vor den Risiken dieser unbekannten Substanz. Da Drogen auf dem Markt zunehmend mit unberechenbaren Streckmitteln versetzt werden, bieten Tests Nutzern lebenswichtige Informationen über das, was sie konsumieren.

Das Innenministerium prüft weiterhin den Verordnungsentwurf für Baden-Württemberg. Bei einer Genehmigung würde das Land zu den anderen Bundesländern aufschließen, die legale Drogenchecks anbieten, um Schäden zu minimieren. Ziel der Maßnahme ist es, Überdosen und Todesfälle zu verhindern, indem gefährliche Substanzen identifiziert werden, bevor sie konsumiert werden.