Baden-Württemberg kämpft gegen Flächenfraß – doch der Wohnungsdruck bleibt
Bernhardine RörrichtBaden-Württemberg kämpft gegen Flächenfraß – doch der Wohnungsdruck bleibt
Baden-Württemberg verschärft Maßnahmen gegen Flächenverbrauch – Wohnungsdruck steigt
Angesichts wachsender Nachfrage nach Wohnraum treibt Baden-Württemberg seine Bemühungen voran, den Flächenverbrauch einzudämmen. Die Landesregierung plant neue Initiativen, darunter eine digitale Übersicht über innerörtliche Entwicklungspotenziale sowie finanzielle Anreize für die Entsiegelung von Flächen. Ziel ist es, das Tempo der Zersiedelung zu bremsen – allein in den letzten Jahren wurden täglich über 5,6 Hektar Land für Neubauten umgewidmet.
Zwischen 2016 und 2020 gingen im Schnitt 5,6 Hektar Freifläche pro Tag durch Bebauung verloren. Der steigende Bevölkerungsdruck hat die Nachfrage nach Wohnraum weiter angeheizt und den Flächenverbrauch beschleunigt. Als Reaktion wird das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen eine digitale Karte erstellen, die ungenutzte Baupotenziale in bestehenden Siedlungsgebieten aufzeigt.
Das bestehende Programm "Fläche gewinnen durch Innenentwicklung" wird für die Förderrunde 2023 überarbeitet. Zudem ist eine neue "Entsiegelungsprämie" in Planung, die mit jährlich rund einer Million Euro unterstützt werden soll. Damit sollen Kommunen motiviert werden, versiegelte Flächen zurückzubauen und natürliche Böden wiederherzustellen.
Um praktische Lösungen vorzuführen, startet das Ministerium mit ausgewählten Gemeinden Pilotprojekte. Diese "Modellvorhaben" sollen aufzeigen, wie Flächen effizient wiederverwendet oder versiegelte Areale renaturiert werden können. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden "Aktionsplans Flächen sparen", der verschiedene Instrumente bündelt, um den weiteren Flächenfraß zu begrenzen.
Die Landesregierung hat ein klares Ziel vorgegeben: eine messbare Reduzierung des Neubauflächenverbrauchs. Die Unterstützung für Kommunen wird ausgebaut, um ihnen bei der Umsetzung flächensparender Strategien in Planung und Entwicklung unter die Arme zu greifen.
Die neuen Maßnahmen sollen den Gemeinden sowohl finanzielle Mittel als auch fachliche Beratung bieten, um die städtische Expansion einzudämmen. Durch die Entsiegelungsprämie und die Pilotprojekte wird das Recycling von Brachflächen attraktiver als die Neuausweisung von Grünflächen. Gelingt dieser Ansatz, könnte er den Druck auf Baden-Württembergs Landschaften verringern – ohne die Wohnraumnachfrage zu vernachlässigen.






