28 December 2025, 22:53

Baden-Württemberg gibt fast 100.000 Euro für Ministeriumsfotos aus – ist das gerechtfertigt?

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100.000 Euro schnell für Fotos im Staatsministerium - Baden-Württemberg gibt fast 100.000 Euro für Ministeriumsfotos aus – ist das gerechtfertigt?

Das baden-württembergische Staatsministerium steht wegen stark gestiegener Ausgaben für Fotodienstleistungen in der Kritik. Zwischen 2020 und September 2025 wurden fast 100.000 Euro für fotografische Aufträge ausgegeben – deutlich mehr als in den Vorjahren. Der FDP-Politiker Friedrich Haag hinterfragt, ob diese Ausgaben gerechtfertigt sind.

Noch 2020 beliefen sich die Fotokosten des Ministeriums auf nur 4.360 Euro. Bis 2025 stiegen die Ausgaben jedoch stark an: Allein in den ersten neun Monaten des Jahres wurden 18.936 Euro veranschlagt. Als Gründe nannte die Behörde verschobene Veranstaltungen und Personalmangel in der Online-Kommunikation.

Die Fotos dokumentieren vor allem offizielle Termine und Regierungsaktivitäten. Sie werden auf Social-Media-Kanälen, in Pressemitteilungen und Informationsmaterialien verwendet. Andere Ministerien gaben deutlich weniger aus: Das Wissenschaftsministerium unter Petra Olschowski verzeichnete im selben Zeitraum lediglich 1.017 Euro, während das Wirtschaftsministerium von Nicole Hoffmeister-Kraut bis September 2025 16.224 Euro aufwendete. Haag kritisierte, dass Steuergelder nicht für 'Eitelkeitsfotos' verschwendet werden dürften, und forderte Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf, die Ausgaben genauer zu prüfen.

Der Fotohaushalt des Staatsministeriums ist seit 2020 deutlich gewachsen. Kritiker fordern mehr Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Mittel. Bisher hat die Landesregierung keine detaillierten Erklärungen für den starken Kostenanstieg vorgelegt.