26 February 2026, 07:29

Baden-Württemberg empört: Bundesregierung kippt Klimavorgaben für Heizungen

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude mit Säulen und einer Tür, hält ein Transparent mit Text, Fahnen mit Stangen und Ballons und nimmt an einem Klimastreik in Deutschland teil.

Baden-Württemberg empört: Bundesregierung kippt Klimavorgaben für Heizungen

Die Bundesregierung hat grundlegende Änderungen am Gebäudeenergiegesetz (GEG) beschlossen – und damit scharfe Kritik aus Baden-Württemberg ausgelöst. Die am 24. Februar 2026 verkündeten Reformen streichen verbindliche Klimavorgaben und schaffen die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizsystemen ab. Energieministerin Thekla Walker (Grüne) bezeichnete den Schritt als "Vertrauensbruch" gegenüber Verbrauchern, Handwerkern und Kommunen gleichermaßen.

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Das überarbeitete GEG verzichtet auf konkrete Vorgaben für erneuerbare Heiztechnik und lässt das Handwerk damit vor einem Einbruch der Nachfrage nach modernen Systemen stehen. Ohne klare Ziele oder Übergangsschritte fehlt die Grundlage für Investitionen in Wärmenetze oder die Modernisierung der Gasinfrastruktur. Walker warnte, dass diese Unsicherheit Existenzbedrohungen für Fachbetriebe im Heizungsbau mit sich bringe.

Über 300 Gemeinden in Baden-Württemberg haben bereits Wärmewende-Konzepte erarbeitet – doch nun wird ihnen die rechtliche Basis entzogen. Gleichzeitig verlängern die Reformen die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten und treiben die Kosten für Haushalte mit fossilen Heizungen in die Höhe.

Walker wies Vorstöße zu "grünem Öl" als realitätsfremd zurück: Pflanzliche oder synthetische erneuerbare Brennstoffe seien kaum verfügbar und extrem teuer. Eine geplante 10-Prozent-Biomethan-Quote würde zudem riesige Anbauflächen für Energiepflanzen erfordern – doch selbst die Landes-Biogasstrategie hält dies mit den aktuellen Flächenressourcen für undurchführbar.

Die GEG-Änderungen stellen Kommunen vor ein Dilemma: Ihre beschlossene Wärmeplanung wird durch die geänderten Rahmenbedingungen unterlaufen. Das Handwerk bangt um Aufträge, während Haushalte mit fossilen Heizungen höhere Rechnungen fürchten müssen. Die Kritik aus Baden-Württemberg zeigt die praktischen Probleme der neuen Energiepolitik der Bundesregierung auf.