Anlagebetrug im Landkreis Ravensburg erreicht alarmierende Ausmaße – wie Kriminelle Millionen erbeuten
Bernhardine RörrichtAnlagebetrug im Landkreis Ravensburg erreicht alarmierende Ausmaße – wie Kriminelle Millionen erbeuten
Anstieg von Anlagebetrug im Landkreis Ravensburg alarmiert Polizei
Die Behörden im Landkreis Ravensburg schlagen Alarm: Betrugsfälle im Zusammenhang mit Geldanlagen nehmen dramatisch zu. Mit raffinierten Maschen bringen Kriminelle ihre Opfer dazu, hohe Summen zu überweisen. Gleichzeitig halten andere Vorfälle – von Paketdiebstählen bis zu öffentlichen Ruhestörungen – die örtlichen Sicherheitskräfte in Atem.
Allein in den vergangenen Wochen häufen sich in Überlingen und Friedrichshafen Fälle von Anlagebetrug. Ein 60-Jähriger wurde nach der Registrierung auf einer Online-Handelsplattform dazu überredet, rund 1,2 Millionen Euro in Kryptowährungen zu investieren. Die Betrüger, die sich als Broker ausgaben, empfahlen zunächst eine kleine Einlage und zahlten einen fingierten Gewinn aus, um Vertrauen aufzubauen. Anschließend überzeugten sie das Opfer, deutlich höhere Beträge zu transferieren.
Ein weiterer Betroffener, 57 Jahre alt, wurde über soziale Medien kontaktiert und dazu gebracht, etwa 160.000 Euro auf ausländische Konten zu überweisen. Die Täter ließen das Opfer eine App herunterladen, die sie anschließend fernsteuerten. Ein älterer Mann aus dem Raum Überlingen fiel zudem einem sogenannten "Love-Scam" zum Opfer und überwies einer online kennengelernten Person über einen längeren Zeitraum eine sechsstellige Summe.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Angeboten, die ungewöhnlich hohe Renditen versprechen – insbesondere, wenn Kryptowährungen oder Auslandsüberweisungen im Spiel sind. Über die Unternehmensdatenbank der Behörde lässt sich die Seriosität von Handelsplattformen prüfen.
In einem separaten Fall ermittelt die Polizei gegen einen Paketzusteller aus Friedrichshafen, der verdächtigt wird, Sendungen geöffnet und Diebesgut entwendet zu haben. Betroffene werden aufgefordert, sich bei den Behörden zu melden.
Zudem sorgte ein 29-Jähriger für einen öffentlichen Eklat und leistete Widerstand bei seiner Festnahme. Eine spätere Blutprobe ergab einen Alkoholwert von über 2,0 Promille.
Angesichts der steigenden Betrugszahlen rät die Polizei zu besonderer Vorsicht bei unerbetener Werbung für Geldanlagen. Verdächtige Vorfälle sollten umgehend gemeldet werden. Die Ermittlungen zu den Paketdiebstählen und dem alkoholisierten Störenfried laufen derweil noch.






