27 December 2025, 16:05

Alphabetisierung in Deutschland droht an Finanzlücken zu scheitern

Eine Tasche mit den Worten "Bibliotheksliebhaber" und einigen Bühchern auf einem Bett.

Alphabetisierung in Deutschland droht an Finanzlücken zu scheitern

Alphabetisierung in Deutschland steht vor einer Finanzierungskrise – Fortschritte bei Lese- und Schreibfähigkeiten drohen zu scheitern

In Baden-Württemberg hat die grün-schwarze Landesregierung ein Programm zur Bekämpfung des Problems auf den Weg gebracht. Doch bis 2027 könnten Bundes- und EU-Fördergelder für Alphabetisierungszentren wegfallen – und das Land müsste die steigenden Kosten allein tragen.

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland hat Schwierigkeiten mit grundlegenden Lese- und Schreibkenntnissen. Fast die Hälfte der Betroffenen stammt aus Familien mit Migrationshintergrund. Integrationskurse allein reichen oft nicht aus, um tiefgreifende Lücken zu schließen – gezielte Bildungsangebote sind daher unverzichtbar.

Die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg – geführt von den Grünen mit der CDU als juniorem Partner – hat nun eine neue Strategie zur Stärkung der Erwachsenen- und Grundbildung beschlossen. Im Mittelpunkt stehen niedrigschwellige, leicht zugängliche Kurse, die Lernende motivieren sollen. Verantwortliche betonen, dass bessere Grundkompetenzen nicht nur die Arbeitsmarktchancen erhöhen, sondern auch Fachkräftemangel entgegenwirken.

Doch die künftige Finanzierung bleibt ungewiss. Fallen ab 2027 Bundes- und EU-Mittel weg, müsste das Land jährlich mindestens 6,1 Millionen Euro aufbringen. Ohne diese Unterstützung könnten zentrale Programme zur Förderung der Lese- und Schreibfähigkeiten in Gefahr geraten.

Der Wegfall der Fördergelder würde die finanzielle Last auf das Land verlagern – und könnte die bisherigen Erfolge bei der Erwachsenenbildung und der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt gefährden. Die neue Strategie der Koalition soll Rückschritte verhindern, doch ihr Erfolg hängt davon ab, langfristige Finanzierungssicherheit zu gewährleisten.