AfD verliert in Ostdeutschland an Boden – trotz bundesweiter Umfrageerfolge
Adriane BoucseinAfD verliert in Ostdeutschland an Boden – trotz bundesweiter Umfrageerfolge
Die rechtspopulistische AfD hat in Ostdeutschland eine Reihe von Rückschlägen erlitten, obwohl sie in bundesweiten Umfragen an Zustimmung gewinnt. Bei jüngsten Kommunalwahlen zeigt sich die Partei in ihrer einstigen Hochburg geschwächt – viele Wähler wenden sich anderen Optionen zu oder bleiben der Wahl ganz fern.
Im Landkreis Uckermark errang die CDU-Politikerin Karina Dörk einen deutlichen Sieg bei der Kreistagswahl und besiegte den AfD-Kandidaten Felix Teichner mit großem Abstand. Dörks Wahlkampf setzte auf Kompetenz und wies sogenannte „Scheindebatten“ zurück, darunter die Diskussion über eine politische „Brandmauer“ gegen die AfD. Ihre Strategie überzeugte die Wähler und sicherte ihr die Wiederwahl.
Teichner hingegen versuchte, ein gemäßigteres Image zu vermitteln: Er präsentierte sich als bürgernah und spielte bei Veranstaltungen sogar Lieder des linkseingestellten Liedermachers Hannes Wader auf dem Klavier. Dennoch blieb das AfD-Ergebnis bei der Wahl enttäuschend.
In diesem Jahr trat die AfD bei 26 Bürgermeister- und Kreistagswahlen in Ostdeutschland an – gewann davon jedoch nur zweimal. Dies unterstreicht ihre Schwächen auf kommunaler Ebene. Die Niederlagen fallen in eine Zeit, in der die Partei bundesweit in Umfragen führt und mit zwei bis drei Punkten vor der Union (CDU/CSU) liegt.
In den ostdeutschen Landesumfragen bleibt die AfD zwar stark – mit 41 Prozent in Sachsen-Anhalt und 36 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Doch die meisten Wähler, die CDU und CSU verlassen, wechseln nicht zur AfD. Stattdessen entscheiden sie sich für linksgerichtete Parteien oder verzichten ganz auf ihre Stimme.
Eine aktuelle Folge des Politik-Podcasts Bundestalk beleuchtete Strategien gegen den Aufstieg der AfD und spiegelte damit die breitere Debatte wider, wie mit dem Einfluss der Partei umzugehen ist.
Die schwachen Ergebnisse der AfD bei Kommunalwahlen stehen in krassem Gegensatz zu ihren bundesweiten Umfragewerten. Zwar hält die Partei in den Landesumfragen weiterhin eine feste Position, doch ihre Unfähigkeit, dies in lokale Erfolge umzumünzen, deutet auf ein verändertes Wählerverhalten hin. Der Erfolg der CDU in der Uckermark und ähnliche Wahlausgänge zeigen, dass in Ostdeutschland alternative politische Präferenzen bestehen.






