26 January 2026, 16:59

AfD-Pläne für Baden-Württemberg: Ökonomen zerpflücken „Kauft-BW“-Programm als wirtschaftspolitischen Irrsinn

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

AfD-Pläne für Baden-Württemberg: Ökonomen zerpflücken „Kauft-BW“-Programm als wirtschaftspolitischen Irrsinn

Wirtschaftsexperten haben die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) für ihre geplante Automotive-Politik in Baden-Württemberg scharf kritisiert. Besonders in der Kritik steht das "Kauft-BW"-Programm der Partei, das öffentliche Einrichtungen zwingen würde, ausschließlich Fahrzeuge aus regionaler Produktion zu erwerben. Führende Ökonomen warnen, der Plan könnte den Handel schädigen und gegen geltende Rechtsvorschriften verstoßen.

Mit der Initiative "Kauft-BW" will die AfD die öffentliche Beschaffung auf Hersteller mit Sitz in Baden-Württemberg beschränken. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), bezeichnete den Vorschlag als Zeichen "eklatanter wirtschaftspolitischer Inkompetenz". Schutzmaßnahmen dieser Art würden "der offenen deutschen Wirtschaft den größten Schaden zufügen" und könnten einen Handelskonflikt in ganz Europa auslösen, so Fratzscher weiter.

Auch Clemens Fuest, Chef des ifo Instituts in München, verwies auf erhebliche rechtliche Hürden. Er betonte, dass Baden-Württemberg als exportabhängiges Bundesland besonders von freien Märkten profitiere. Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, lehnte den Plan ebenfalls als "weder wirksam noch umsetzbar" ab.

Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die AfD auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 vorbereitet. Auf einem Parteitag Ende Mai in Heilbronn wurde Markus Frohnmaier einstimmig als Spitzenkandidat nominiert. Zudem wurde eine 60 Köpfe zählende Landesliste mit Vertretern aus allen Regionen verabschiedet.

Die wirtschaftlichen Pläne der AfD stoßen bei Fachleuten auf massive Ablehnung, die vor Handelsbeeinträchtigungen und Rechtsverstößen warnen. Mit Blick auf die anstehende Wahl 2026 dürften die Vorhaben der Partei weiter genau unter die Lupe genommen werden. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen regionalem Protektionismus und der exportorientierten deutschen Wirtschaft auf.