AfD greift Heidi Reichinnek wegen Luxus-Audi an – doch wer hat hier wirklich ein Problem?
Philipp NetteStreit um das Dienstauto von Heidi Reichinnek: Kann sich eine Linke Luxus leisten? - AfD greift Heidi Reichinnek wegen Luxus-Audi an – doch wer hat hier wirklich ein Problem?
Ein Streit in den sozialen Medien ist um einen Luxuswagen entbrannt, der mit Heidi Reichinnek, der Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, in Verbindung gebracht wird. Auslöser war ein Foto, das sie neben einem Audi A8 mit einem auffälligen Kennzeichen zeigt. Seitdem werfen Kritiker der rechtspopulistischen AfD ihr Heuchelei und eine zweifelhafte Verwendung von Geldern vor.
Die Kontroverse begann, als online ein Bild von Reichinnek vor einem Audi A8 – mit einem Neupreis von etwa 106.000 Euro – die Runde machte. Besonders das Nummernschild B-HR 419 zog sofort Aufmerksamkeit auf sich. Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch stellte öffentlich die Frage, ob der Wagen Reichinnek gehöre und wer die Kosten dafür trage.
Das Magazin stern klärte später auf, dass es sich bei dem Audi nicht um Reichinneks Privatfahrzeug handle, sondern um ein Leasingauto, das von der Führungsebene der Linken genutzt werde. Gleichzeitig wiesen Beobachter darauf hin, dass persönliche Kennzeichen unter Spitzenpolitikern in Deutschland durchaus üblich seien.
Die Fokussierung der AfD auf Reichinneks Auto wirft jedoch Fragen auf – besonders vor dem Hintergrund der jüngsten Skandale der Partei. Aktuell steht sie wegen Vetternwirtschaft in der Kritik, darunter die Beschäftigung der Ehefrau von Markus Frohnmaier durch einen AfD-Kollegen. Einige Analysten vermuten, dass der Angriff auf Reichinnek dazu dienen könnte, von diesen internen Problemen abzulenken.
Haushaltsunterlagen zeigen, dass auch die AfD ihre Ausgaben für Dienstfahrzeuge kontinuierlich erhöht hat. So gab die Bundestagsfraktion 2023 rund 1,2 Millionen Euro für Leasing und Betrieb aus, 2024 waren es 1,35 Millionen und für 2025 sind 1,4 Millionen veranschlagt. Die Mittel werden nach Hierarchie verteilt, wobei Führungskräfte oft Premiummodelle wie den Audi A6 erhalten.
Die Linke, die sich zwar für ein Ende der Verbrennungsmotoren einsetzt, nutzt solche Fahrzeuge weiterhin. Allerdings steht die Umweltpolitik für die Partei hinter ihren politischen Kernanliegen zurück.
Der Streit verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen politischen Konkurrenten in Fragen von Transparenz und Ausgaben. Die Linke hat sich bisher nicht weiter zum Einsatz des Wagens geäußert, während die AfD weiterhin mit Fragen zu ihren eigenen internen Praktiken konfrontiert ist. Der Vorfall zeigt zudem, wie schnell soziale Medien politische Kontroversen in Deutschland verstärken können.






