27 April 2026, 10:32

537 Millionen Euro ungenutzt: Warum Apotheken mit pharmazeutischen Dienstleistungen kämpfen

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an der Ecke einer Straße gelegen, mit einer Straße unten sichtbar.

537 Millionen Euro ungenutzt: Warum Apotheken mit pharmazeutischen Dienstleistungen kämpfen

537 Millionen Euro liegen ungenutzt: Warum Deutschlands vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) kaum Anklang finden

Trotz wachsender Bemühungen der Apotheken, die vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) abzurechnen, bleibt die Nachfrage schwach – aktuell liegen noch 537 Millionen Euro des Programms ungenutzt brach. Eine neue Studie zeigt nun auf, warum viele Apotheken finanziell kaum damit zurechtkommen.

Das pDL-Programm sollte eigentlich die Patientenversorgung verbessern und Apotheken zusätzliche Einnahmen verschaffen. Besonders häufig angeboten werden Dienstleistungen wie Schulungen zur korrekten Inhalationstechnik oder Medikamentenberatungen. Doch eine Umfrage unter über 600 Apothekern Ende 2025 ergab: Fast 78 Prozent bieten zwar mindestens eine pDL-Leistung an – oft jedoch mit Verlust.

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So erhalten Apotheken für eine Risikobewertung bei Bluthochdruck beispielsweise nur 11,20 Euro netto pro Untersuchung. Mehr als die Hälfte der Anbieter arbeitet mit diesem Service defizitär. Die Freie Apothekerschaft, Auftraggeberin der Studie, warnt, dass die Vergütungssätze häufig nicht einmal die Kosten decken.

Doch nicht nur die schlechte Wirtschaftlichkeit bremst das Programm aus. Personalmangel, hoher bürokratischer Aufwand und strenge Vorgaben zu Beratungsräumen belasten die Apotheken zusätzlich. Spannungen mit Ärzten über die Rollenverteilung in der Patientenversorgung verschärfen die Lage weiter. Die Studie rät zudem davon ab, die ungenutzten pDL-Mittel einfach in den allgemeinen Apothekenhaushalt umzuschichten – dies könnte die langfristige Wirksamkeit des Programms untergraben.

Die Ergebnisse offenbaren eine Kluft zwischen den Zielen des pDL-Programms und seiner praktischen Umsetzung. Zwar verfügen Apotheken über die nötige Expertise, um die Dienstleistungen anzubieten – doch finanzielle und operative Hürden bleiben bestehen. Ohne Kurskorrektur drohen die ungenutzten 537 Millionen Euro weiter brachzuliegen.

Quelle