31 January 2026, 11:15

400.000-Euro-Polizeieinsatz in Tübingen: Wer trägt die Schuld an den hohen Kosten?

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einer Menge von Menschen mit Helmen und Jacken während einer Demonstration in Berlin, Deutschland, mit Fahrzeugen, Gebäuden, Laternenmasten und einem Banner mit Text im Hintergrund und einer Person mit einer Kamera.

Polizeieinsatz während Streit mit AfD kostet über 400.000 Euro - 400.000-Euro-Polizeieinsatz in Tübingen: Wer trägt die Schuld an den hohen Kosten?

Eine politische Debatte in Tübingen im vergangenen September führte zu einem Großaufgebot der Polizei Berlin, das die Steuerzahler mehr als 400.000 Euro kostete. An der Veranstaltung mit Oberbürgermeister Boris Palmer und dem AfD-Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier waren 485 Beamte im Einsatz, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Seitdem geben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld an den hohen Kosten.

Der Streit eskalierte Anfang September, wobei die Polizei mit möglichen Ausschreitungen rechnete. Die Behörden setzten 485 Einsatzkräfte ein, die insgesamt 5.480 Arbeitsstunden leisteten. Die Endabrechnung für den Einsatz belief sich auf 404.369 Euro.

Vor dem Veranstaltungsort blieb die Stimmung weitgehend ruhig, es gab nur kleinere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Im Inneren des Saals griffen die Beamten jedoch mehrfach ein und entfernten etwa 30 Störende aus dem Raum.

Oberbürgermeister Boris Palmer äußerte sich später zu den Kosten und sagte: "Es ist traurig, dass eine politische Diskussion fünfhundert Polizisten erfordert, aber die Demokratie ist es wert." Die SPD-Politikerin Dorothea Kliche-Behnke kritisierte Palmer hingegen und argumentierte, die hohen Ausgaben seien eine Folge seiner Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der AfD.

AfD-Politiker Markus Frohnmaier wies die Schuld hingegen den Gegendemonstranten zu. Er behauptete, die Kosten seien durch "die Gegenproteste und potenziell gewaltbereite Störer" entstanden, und nannte den massiven Polizeieinsatz "eine Schande".

Die Steuerzahler bleiben auf einer Rechnung von 404.369 Euro sitzen, die 5.480 Stunden Polizeiarbeit abdeckt. Während die Proteste draußen weitgehend friedlich verliefen, waren im Saal wiederholt Eingriffe nötig. Die politischen Nachwehen halten an, wobei sich die gegnerischen Lager weiterhin gegenseitig die Verantwortung für die Kosten zuschieben.